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Bürgerinitiative gegen Baumfällungen in der Girardetallee

November 25, 2009 von admin 

Markierter BaumDie Verwaltung der Stadt Bad Honnef plant in der Girardetallee “Maßnahmen im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht”. Die mit einem blauen Punkt markierten Linden seien “geschwächt und werden besonders beobachtet.” Bäume, die “in ihrer Standsicherheit gefährdet sind (…) sollen in den nächsten Jahren durch neue Alleebäume ersetzt werden. Eine Bürgerinitiative befürchtet nun eine Abholzung im großen Stil und wehrt sich gegen das Vorhaben.

Foto: Viele alte Linden der Girardetallee tragen inzwischen den “Blauen Punkt”

Angst um schöne, alte Bäume

In einem inzwischen von fast 300 Bürgern unterzeichneten Aufruf heißt es: „Dem Vernehmen nach sollen in den nächsten vier Jahren jeweils 4 Linden gefällt und durch Neupflanzungen ersetzt werden. 16 Linden in 4 Jahren. d.h. 4 Jahre lang Bäume fällen, Stubben roden und Neuverlegung des Plattengehsteigs. Grund: Zwei ältere Herrschaften sind über Unebenheiten des Plattenweges gestolpert - durch Baumwurzeln hervorgerufen – was natürlich die Verkehrssicherungspflicht der Stadt aktiviert.
Dieses Vorgehen der Verwaltung zerstört über Jahrzehnte das Bild der Allee, und dieser über 4 Jahre laufende Vorgang ist auch von der Wirtschaftlichkeit her in Frage zu stellen.”

Anhebung der Bürgersteigplatten als Alternative?

Die Bürgerinitiative befürchtet, dass die Verwaltung plant, einen großen Teil der alten Linden “dieser schönsten Allee Bad Honnefs” zu fällen. Wäre es nicht sinnvoller, fragt die Initiative, die gesunden Bäume stehen zu lassen und den Plattenfußweg 5 cm anzuheben, um die durch Wurzeln der Bäume hervorgerufenen Unebenheiten auszugleichen? Die Bürgerinitiative fordert die Verwaltung und den Rat der Stadt auf, diese Idee zu überprüfen.

Untere Girardetallee
Foto: Blick in die Girardetallee - Werden die schönen alten Linden abgeholzt bzw. ersetzt?

Bürgerblock stellt Antrag auf Prüfung

Die Fraktion des Bürgerblocks hat nun beschlossen einen Antrag an den Rat zu stellen: “die Verwaltung möge den Rat, insbesondere aber auch die Anwohner der Girardetallee umfassend über das Baumfällprojekt informieren.”
Dazu gehören, nach Ansicht der Fraktion, “die Darstellung des geplanten Vorgehens, verbindliche Aussagen über den Gesundheitszustand der Bäume und Kostenrechnungen für geplante wie alternative Maßnahmen.”
Der Bürgerblock möchte eine Antwort auf die Frage erhalten: “Was kostet die Anhebung des Plattenweges und was kostet 4 Jahre lang Bäume fällen, Stubben roden und Plattenweg wiederherstellen?”

Keine Abholzung aber “Maßnahme im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht”

Die Verwaltung der Stadt begegnet den Ängsten der Bürger mit einer Erklärung, in der es heißt: “Die Stadtverwaltung beabsichtigt keinesfalls das Abholzen der Alleebäume. Vielmehr handelt es sich um eine Maßnahme im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht.” Besonders im Bereich der Gehwege würden durch die Baumwurzeln immer wieder die Gehwegplatten angehoben. Hierdurch entstünden gefährliche Stolperfallen. Daher seien bereits in der Vergangenheit regelmäßig Wurzeln “fachmännisch” zurück geschnitten worden, um die erforderlichen Sanierungsarbeiten ausführen zu können.

Blau markierte Bäume werden bei Bedarf “ersetzt”

Die mit einem blauen Punkt markierten Bäume seien teilweise durch die zurückliegenden (fachmännischen? - Anm. d. Redaktion) Sanierungsarbeiten “geschwächt” und würden nun “besonders beobachtet.” Jene Bäume, die in ihrer Standsicherheit gefährdet seien, und somit eine Gefahr für “Menschen und Objekte” darstellen, sollen in den nächsten Jahren “sukzessive durch neue Alleebäume ersetzt werden.” Die Anlieger werde man “rechtzeitig” über die erforderlichen Maßnahmen informieren. Wann das genau sein wird, lässt die Verwaltung zunächst offen.

Blau markierte Bäume
Abb.: Unsere traurige Fotoausbeute von heute - Blau markierte Bäume, wohin man sieht


Größere Kartenansicht

Blau makierte Bäume, wohin man sieht

Die Redaktion von Rhein-Onliner hat die untere und obere Girardetallee heute (25.11.09) persönlich in Augenschein genommen. Wir wollten herausfinden, wieviele Bäume von der Stadt Blau markiert worden sind und somit als potentiell gefährdet gelten “ersetzt” bzw. gefällt zu werden.

Das Ergebnis macht betroffen, denn fast alle alten Linden der schönen Allee zeigen eine solche Markierung. Der Austausch aller dieser Bäume gegen junge Linden würde das Erscheinungsbild der Allee tiefgreifend verändern. Da nicht davon auszugehen ist, dass die Stadt mittelalte oder alte Bäume als Ersatz anpflanzen wird, würde die Allee danach eher an Straßen erinnern, wie man sie aus Neubaugebieten her kennt; Straßen, rechts und links mit jungen Bäumen verziert, die erst nach vielen Jahrzehnten zu prächtigen alten Linden heranwachsen.

Alle Bad Honnefer, die sich selbst ein Bild von der Situation machen möchten, finden die Girardetallee mit Hilfe der Google-Map Karte, falls sie nicht ortskundig genug sind.

Schäden überall

Selbstverständlich fielen uns auch die von der Verwaltung angesprochenen Gehwegplatten auf, die sich durch die Baumwurzeln angehoben haben. Die Schäden sind aber, wenn man den allgemeinen Zustand der älteren Bad Honnefer Bürgersteige zum Vergleich heranzieht, nicht spektakulärer als andernorts. Dann stellt sich die Frage, was die Stadt gegen alle anderen vergleichbaren Schäden in der Stadt tun möchte.

Girardetallee
Foto: angehobene Gehwegplatten in der Girardetallee

Offenes Gespräch mit den Bürgern

Die Angst der Bürger um die schönen alten Bäume ist nur zu verständlich. Ersetzen, fällen, abholzen oder rausreißen kann man jeden Baum an einem einzigen Tag; Neues Wachstum braucht aber leider immer viele Jahre Zeit, bis es so prächtig wird, wie einst.
Die Stadt, die Verwaltung und die Politik sind daher gut beraten, wenn sie jetzt sofort das offene Gespräch mit ihren Bürgern suchen und keine bürokratischen Entscheidungen über ihre Köpfe hinweg treffen. Vor diesem Hintergrund sollte man den Vorschlag der Bürgerinitiative gewissenhaft prüfen, auch wenn mit einer Realisierung möglicherweise Mehraufwand und höhere Kosten verbunden wären. Vielleicht findet sich dann auch eine wirklich kreative Lösung, an die noch kein städtischer Beamter gedacht hat. Die Natur, die Menschen und die nächsten Generationen, werden es ihnen danken! - Christian Preuß

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Kommentare

Ein Kommentar zu “Bürgerinitiative gegen Baumfällungen in der Girardetallee”

  1. Hermann Müller am November 27th, 2009 13:12

    Ich verstehe die Stadt und die Verwaltung nicht. Wo ist den bitte der Unterschied zwischen Fällen, Abholzen, Kahlschlag und “Ersetzen”?
    Habe mir gestern mal die Allee angesehen. Da sind ja fast alle Bäume zur “Beobachtung” markiert?!





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