Lesezeichen: Auf ein Neues
Januar 1, 2008 von admin
Na, endlich! Nachdem die rund 100 Millionen Euro nun allesamt verpulvert sind, können wir uns wieder der großen Jammerei hingeben: Alles wird teurer, zum Leben reicht’s vorn und hinten nicht, das Geld ist knapp!
Nein, das Geld ist weg! Eigentlich war es ja schon vorher weg, aber jetzt, nach dem obligatorischen Feuerwerk zum Jahreswechsel, ist es erst recht weg: verbrannt, verpulvert, verglüht. Zugegeben: hat ja schön ausgesehen - wie jedes Jahr. Auch die Kinder hatten Spaß - wie jedes Jahr. Und die paar Verletzten, die Hörstürze und Verbrennungen, auch Erblindungen durch Augenverletzungen waren dabei, die kennen wir doch auch schon vom letzten Jahr. Genauso wie die verschreckten Haustiere und die verdreckten Straßen und die von Schwefelgestank geschwängerte Luft. Nein, es war wirklich schön - wie jedes Jahr!
Außerdem: Weg ist weg. Aus den Augen aus dem Sinn. Vergeben und vergessen. Dabei hat sogar der Kölner Express, der ja nicht unbedingt als Spaßbremse bekannt ist, wenige Tage vor Silvester vor dem “alljährlichen Böller-Albtraum” gewarnt. Immer wieder seien unter den Verletzten besonders viele Kinder und Jugendliche.
Offenbar ist die Faszination, die von Feuerwerks- und Knallkörpern ausgeht, größer als alle Vernunft. Zwar erheben sich vor dem Jahreswechsel ritualartig die Stimmen der Mahner, eine Ãnderung im Verhalten jedoch bewirkt dies kaum. Ganz im Gegenteil: Die Ausgaben für das Silvesterfeuerwerk steigen von Jahr zu Jahr.
Vor Jahren habe ich in Liverpool Silvester gefeiert. Dort gab es in den einzelnen Stadtteilen zentrale Feuerwerke, zu denen sich die Bevölkerung, wie zu einer nächtlichen Theateraufführung, versammelte. Ein tolles Erlebnis und zudem sicher: das Feuerwerk wurde nicht von Pyromanen, sondern von Pyrotechnikern installiert und von Feuerwehrmännern gesichert.
Aber das ist ja alles Schnee von Gestern oder von letzter Woche. Jetzt, nachdem die 100 Millionen sicher verbrannt sind, können wir uns in aller Ruhe endlich wieder den elementaren Dingen des Alltags zuwenden: dem großen Jammern - oder war es doch das große Vergessen? p.s. textwerk-online.de
























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