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Es fährt ein Zug nach Nirgendwo

August 15, 2008 von admin 

Bad HonnefSind Sie ein eher ängstlicher und schreckhafter Mensch? Oder fahren Sie auf jedem Rummelplatz gerne mit auf der Geisterbahn? Falls Sie letztere Frage mit ja beantworten können, dann laden wir Sie heute zu einer richtig gruseligen Reise ein. Eine Fahrt nach Nirgendwo. Eine Fahrt mit der Deutschen Bahn zum Bad Honnefer Hauptbahnhof!

Über die Vorzüge oder Nachteile des Reisens mit der Deutschen Bahn möchten wir uns an dieser Stelle nicht auslassen. Stellen wir uns einfach vor, unser Zug fuhr pünktlich, wir haben das richtige Ticket gezogen und die Fahrt nach Bad Honnef, dem “Nizza am Rhein“, war richtig schön. Wir steigen aus dem Zug aus und zögern kurz. Ist es die richtige Station? Oder sind wir etwa in Köln-Kalk gelandet, oder schlimmer noch in Bonn Tannenbusch?! Doch wir sind hier richtig. “Herzlich Willkommen in Bad Honnef - sympathisch, romantisch, historisch” heißt es auf einem großen gelben Schild über der Treppe in die Dunkelheit. Also machen wir uns auf, trauen wir uns, setzen wir einen Fuß vor den anderen und gehen wir unbeirrt weiter. Das “Nizza am Rhein” lockt und ruft, wir müssen nur noch diese kleine Hürde nehmen.

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Jede Reise hat einmal ein Ende. Und genau davor zittern wir schon Tage bevor es eigentlich losgeht. Schließlich müssen wir abermals den “Gare de Nice” durchqueren wenn wir unseren Zug erwischen wollen. Diesmal wollen - nein müssen - wir das Gebäude von der anderen Seite betreten.

Wir öffnen die Glastür des Haupteingangs und stehen in der einst prachtvollen Vorhalle. Was im ersten Moment anmutet wie die schrille Hausbesetzung junger Autonomer, oder eine noble Geste der Stadt gegenüber obdachlosen Mitbürgern, ist in Wahrheit der repräsentative Sitz einer bekannten Honnefer Personenbeförderung! Eine blinkende Neonreklame weist uns den Weg “OPEN … OPEN … OPEN” leuchtet es hypnotisch, und im stroboskopischen Licht erkennt man ein liebevoll und handgemaltes Kunstwerk. “Personenbeförderung” ist darauf zu lesen. Geht es hier nach Hause? Das kann nicht wahr sein. Clever wie wir sind verlassen wir wieder die Vorhalle zur Hölle und benutzen den Nebeneingang.

Gut, dass wir unser Rückfahrticket bereits in der Tasche haben, so sind wir schneller auf dem Bahnsteig. Die Deutsche Bahn ist pünktlich und wir verlassen die gespenstische Szenerie Richtung Rhöndorf. Wer hat eigentlich vorgeschlagen die Bahn zwischen Rhöndorf und Bad Honnef in einen Tunnel unter die Erde zu legen? Das ist mal eine echte Vision! Der Frau oder dem Mann sollte man eine Ehrenmedaille verleihen. Der Zug rattert über die Schienen und wir entfernen uns immer mehr vom rheinischen Nizza. Die Zeit in Bad Honnef war wunderschön. Ankommen und Abfahren hingegen waren ein Albtraum. - Werner Klöbner

Bad Honnefer Hauptbahnhof

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