Treten Sie nicht auf die Gallenblase! - Unser VIDEO-Interview mit Horst Schroth
September 30, 2008 von admin
Er ist ein kleiner, faustgroßer Ball, eingewickelt in Stacheldraht, und bei den meisten Menschen liegt er im Solarplexus. Wenn er sich regt, dann tut es weh, so weh, dass man mit geballten Fäusten und zusammengebissenen Zähnen an die Decke gehen könnte.
Neid, heißt der kleine zwickende und stechende Ball in den Eingeweiden. Im aktuellen Programm von Horst Schroth erfährt man, warum man mal grün und mal gelb wird vor Neid.
Grün wird man, weil das die Farbe der Gallenblase ist, wo nach mittelalterlicher Vorstellung das Neidzentrum sitzt, und gelb vor Neid wird man, wenn man auf die Gallenblase drauftritt. Gallenflüssigkeit nämlich ist gelb. - Soviel zu den Farben. Die Formen, die der Neid im Leben annimmt, die sind natürlich weitaus bunter. Aber darum nicht unbedingt appetitlicher. Neid, das ist der Abgrund, der in jedem von uns lauert. Und je höher der NF, umso stärker zwickt’s im Eingeweide. Was der NF ist? NF, das ist der Neidfaktor, der, ginge es nach Horst Schroth, auf jedem Produkt gut sichtbar aufgeklebt sein sollte: NF 10 auf einem Porsche Cayenne und NF 0 auf einem 3er Golf oder auf Aldi Produkten. Erst Dinge mit dem NF 9 oder 10 mobilisieren den kindlichen Das-will-ich-auch-haben-Trieb.
Neid, das ist der zutiefst menschliche und kaum therapierbare Zustand in dem man sich wiederfindet, wenn es anderen besser geht als einem selbst, wenn man dem anderen nicht gönnt, was man selber haben möchte: die Beamtenpension, das Managergehalt, den Jahresurlaub von Lehrern, das Wochenendhäuschen in der Toskana, den teure Neuwagen des Nachbarn… Alles NF 9 bis 10. So wie schon bei Kain und Abel. Kleine Geschwister können einen schon zur Weißglut bringen, besonders dann, wenn man durch sie die uneingeschränkte Aufmerksamkeit der Eltern verliert.
Video: Paul Schilling im Gespräch mit Horst Schroth zu seinem aktuellen Programm “Grün vor Neid”
Über Neid spricht man nicht. Man sagt: “Alle Achtung!” und “Respekt, was der sich leisten kann!”, aber drinnen rotiert der kleine Stacheldrahtball bis zur Unerträglichkeit. In seinem neuen Programm “Grün vor Neid” macht Horst Schroth einen Parforceritt durch die alltäglichen Abgründe menschlicher Unzulänglichkeiten und Unerträglichkeiten. Bissig, böse und gewohnt temporeich. Ein verbales Feuerwerk. Wer das Programm gesehen hat, der ist wirklich zu beneiden. - Horst Schroth “Grün vor Neid”, täglich bis zum 4.10.08 im Bonner Pantheon. Alle Termine von Horst Schroth unter www.horstschroth.de/termine.html
Die FreieHONNEFER hatte Gelegenheit zu einem Gespräch mit Horst Schroth nach der Vorstellung im Bonner Pantheon: über die Entstehung seines aktuellen Programms, über sein soziales Engagement und natürlich über Neid. - Paul Schilling
Linktipps:
www.horstschroth.de























Super Abend gestern im Pantheon! Ich hatte zwar keinen besonders guten Sitzplatz erwischt, und war daher auf andere Zuschauer neidisch, aber Dank Horst Schroths Beweglichkeit auf der Bühne kamen wir dennoch auf unsere Kosten! Unglaublich, wie agil der Mann ist. Weiter so! Wir kommen wieder:)
Kleiner Mann ganz groß. Da können sich viele der heutigen ‘Comedians’ noch eine dicke Scheibe abschneiden! Mein Mann und ich waren schon vom alten Programm ‘Nur die Größe zählt’ begeistert. Horst Schroth ist immer noch ein richtig Guter.