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Hans-Joachim Vogel – Stillos bei Maischberger?

Mai 12, 2010 von admin 

Man kann sicher leidenschaftlich über die Qualität von Talksendungen im Deutschen Fernsehen streiten. Die Gesprächsrunden bei Sandra Maischberger zählen zu den interessanten Talksendungen im Deutschen Fernsehen. Am 11. Mai sollte die Gesprächsrunde die Frage „Hampeln statt handeln – Schwarz-gelb überfordert?“ beantworten.

Die Diskussion umspannte die NRW-Landtagswahl, die Euro-Krise und die politische Gegenwehr gegen internationale Spekulanten. Die eingeladenen Gäste, Heiner Geißler (CDU), Peter Hahne (Journalist), Wolfgang Kubicki (FDP), Christine Scheel (Grüne), Hans-Joachim Vogel (SPD) und Sahra Wagenknecht (Linke), versprachen einen aufschlussreichen und spannenden Diskussionsverlauf. Doch diese Erwartung wurde tief enttäuscht. Denn Hans Joachim Vogel wurde seinem Ruf, einmal der Oberlehrer der SPD gewesen zu sein, einmal mehr gerecht.

Alter ist eine Gnade – aber kein Verdienst

Der Unterschied konnte nicht Größer sein. Hier der achtzigjährige Heiner Geißler mit einer enormen geistigen Frische, auf der Höhe der Zeit, der Zukunft zugewandt und tolerant. Dort der vierundachtzigjährige Hans-Joachim Vogel, politisch auf der Höhe, rechthaberisch und intolerant im Umgang mit der linken Politikerin Sahra Wagenknecht. Unfähig, den Ausführungen von Sahra Wagenknecht zuzuhören, fiel er ihr ständig ins Wort und machte sie durch Sprache und Gesten verächtlich. Dass dem eingefleischten Sozialdemokraten die Konkurrenz der Linken schmerzt, weil sie der SPD Wählerstimmen abnimmt, ist verständlich. Dass er das Wahl- und Parteiprogramm der Linken kritisiert und die Linken auch nicht in einer Koalition mit der SPD sehen will, kann nicht verwundern. Doch einer demokratisch gewählten Abgeordneten des Deutschen Bundestages, wie Sahra Wagenknecht es nun einmal ist, mit dem nötigen politischen und menschlichen Anstand zu begegnen, kann, nein, muss man von einer Persönlichkeit wie Hans-Joachim Vogel erwarten. Seine Verdienste in den verschiedenen hochrangigen politischen Ämtern sind unbestritten, doch sie geben ihm nicht das Recht zur Intoleranz. Und auch sein hohes Alter ist keine Legitimation für ein solches Benehmen.

Zeitzeugen sind wichtig

Politiker, wie Heiner Geißler und Hans-Joachim Vogel sind unverzichtbare Zeitzeugen der jüngeren deutschen Geschichte. Sie haben das Nazi-Regime erlebt. Sie haben den Aufbau der Bundesrepublik Deutschland und die Entwicklung der Europäischen Union aktiv mitgestaltet. Hans-Joachim Vogel hat als Bundesjustizminister im Kabinett Helmut Schmidt die Bedrohung der Bundesrepublik Deutschland durch die RAF erlebt und dagegen angekämpft. Geißler wie Vogel wissen um das harte Ringen um politische Positionen und sie sind erfahren, im fairen Umgang mit politisch anders Denkenden. Sie können aus ihrem unermesslichen politischen Erfahrungsschatz jüngeren Mitmenschen den Wert der Demokratie vermitteln. Doch altersstarre und altersgerechte Politiker, die rechthaberisch und selbstgefällig auftreten und unliebsame politische Gegner mit Verachtung bedenken, sollten in Talkrunden keinen Platz haben. - Bernhard Dierdorf

Linktipp: Menschen bei Maischberger

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Kommentare

Ein Kommentar zu “Hans-Joachim Vogel – Stillos bei Maischberger?”

  1. Schulz am Mai 16th, 2010 13:16

    Und das schlimmste an diesem alten störrischen Mann, der immerzu mit seinem Daumen auf die neben ihm sitzende Frau Wagenknecht verächtlich zeigte, war: als die Rede auf China zu sprechen kam meinte er, dass man doch endlich mal die alten Vorurteile sein lassen solle und nicht immer mit dem Finger auf China zeigen soll. Wie immer bei den SPD-Granden, ist Selbstkritik fĂĽr sie ein unbekanntes Terrain. Obwohl kein Anhäger von Frau Wagenknecht, diese hemmungslose Verachtung von Herrn vogel ist (menschen) unwĂĽrdig und löst beim Zuschauen Beklemmungen aus. Das war unterste Schublade. Wie angenehm war da der Kontrast zu Herrn GeiĂźler. Das ich das mal sagen muss…..





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