Im Multiversum: Reisen in der Warp-Blase - Interview mit dem Physiker Richard Obousy
Juli 26, 2008 von admin
Die theoretischen Überlegungen des Physikers Richard Obousy von der High Energy Physics Group an der Baylor University in Texas geben Anlass zur begründeten Hoffnung, dass der Traum der Menschen, das Universum mit Raumschiffen zu bereisen, doch einmal wahr werden könnte.
Im Multiversum nehmen wir Richard Obousys neuen Ideen unter die Lupe.
Lesen Sie hier nun unser Exklusiv-Interview mit dem kreativen Kopf aus Texas!
FreieHONNEFER: Herr Obousy, in Ihrer neuen wissenschaftlichen Veröffentlichung “Putting the Warp into Warp Drive” befassen Sie sich mit den theoretischen Grundlagen eines so genannten ‘Warp-Antriebes’. Ein solcher Antrieb soll es Raumschiffen der Zukunft ermöglichen, die gigantischen Entfernungen im Weltall mit Überlichtgeschwindigkeit zu überwinden. was denken Sie? Wird die Menschheit jemals die theoretischen und praktischen Probleme lösen? Wird der Warp-Antrieb einmal Wirklichkeit werden?
Richard Obousy: Zunächst einmal vielen Dank für Ihr Interesse an meinem Artikel! Wenn wir genug Zeit und Geld in die Forschung stecken, hat die Menschheit das Potential für entscheidende Durchbrüche auf dem Gebiet der interstellaren Raumfahrt. Wenn wir unsere eigene Galaxie, die Milchstraße, in Zeitmaßstäben erforschen wollen, die mit der menschlichen Lebensspanne vergleichbar sind, wird es extrem hilfreich sein Möglichkeiten zu finden, die es uns erlauben schneller als mit Lichtgeschwindigkeit zu reisen.
Die Herausforderung wird groß sein. Das Apollo Mondprogramm kostete beispielsweise rund 135 Milliarden Dollar. Es verlangte den USA die größte technologische Kreativität und die größte Bereitstellung an Ressourcen in Friedenszeiten ab. Im Apollo Programm arbeiteten 400.000 Amerikaner mit und gut 20.000 Industriefirmen und Universitäten lieferten ihr Knowhow. Nun, dieser ganze Aufwand brachte uns ‘nur’ zum Mond. So erscheint es logisch, dass die Reise zu fernen Sternen einen ungleich größeren Aufwand erfordern wird. Realistisch betrachtet werden wir eine extrem gute Rechtfertigung für eine Investition dieser Größenordnung finden müssen, wenn es um die Forschung geht. Ein gutes Motiv könnte dabei in der möglichen Entdeckung von erdähnlichen Planeten liegen, die um ferne Sterne kreisen.
FreieHONNEFER: Was halten Sie von der These, dass das Universum für das Leben alle Möglichkeiten bereithält, die nötig sind, um die Reise zu den entferntesten Orten im All zu bewerkstelligen?
Richard Obousy: Ein unendliches Universum wird unendliche Möglichkeiten bereithalten. Unser Universum ist vielleicht nicht unendlich. Ich bin aber zuversichtlich, dass es groß genug ist für eine Vielzahl unterschiedlichster Lebensformen.
FreieHONNEFER: Wenn die Reise in einer Warp-Blase tatsächlich möglich ist, wo sind dann die Besucher anderer Planeten, die die dafür nötigen Raumschiffantriebe schon vor langer Zeit entwickelt haben und somit zu uns reisen können?
Richard Obousy: Das ist eine sehr gute Frage! Worüber Sie reden ist das so genannte Fermi-Pradoxon und die Diskussion darüber geht intensiv weiter. Ich habe mich mit dieser Frage selber schon in einem eigenen Beitrag befasst. Meine Theorie ist, dass das Leben im All möglicherweise periodisch durch super-energetische Prozesse in den einzelnen Galaxien ausgelöscht werden könnte. Diese Ereignisse (GME = Galactic Mass Extinction) könnten das gesamte Leben einer Galaxie auf einen Schlag vernichten. Es könnte da eine zeitliche Korrelation zwischen der Entwicklung eines Organismus hin zu einer intelligenten und Raumfahrtreibenden Spezies, und der Periodizität eines solchen GME, geben. Dabei handelt es sich aber noch um eine reine Spekulation meinerseits und wir haben darauf noch keine Antwort.
Es existieren noch andere Antworten auf Ihre Frage. Zum Beispiel könnten wir vielleicht deshalb noch nie besucht worden sein, weil wir die Ersten sind. Es ist möglich, dass sich die Menschen momentan von allen Lebensformen im Universum am weitesten entwickelt haben. Eine andere Möglichkeit ist, dass intelligentes Leben die Tendenz hat sich selber zu zerstören bevor es die Technologien zur interstellaren Raumfahrt entwickelt hat. Und schließlich könnte es sein, dass wir zwar bereits besucht worden sind; die höher entwickelten Zivilisationen haben sich aber möglicherweise einen ethischen Kodex auferlegt, der Ihnen den Kontakt mit weniger entwickelten Lebewesen nicht gestattet. Dieses Verhalten wäre dann übrigens ganz ähnlich dem Konzept der “Obersten Direktive” aus der Fernsehserie Raumschiff Enterprise.
FreieHONNEFER: Für welche Forschungsbereiche wäre die Realisierung einer Warp-Blase noch interessant? Könnte man das Prinzip z.B. auch für den Bau wesentlich leistungsstärkerer Fernrohre einsetzen?
Richard Obousy: Da bin ich mir nicht so sicher. Ich denke, wenn uns die Manipulation der Raumzeit und die Erschaffung einer Warp-Blase gelänge, würde sich die Technologie mehr auf die Entwicklung neuer Raumschiffe konzentrieren.
FreieHONNEFER: Herr Obousy, vielen Dank für das Gespräch!
Richard Obousy: Gerne!
Das Interview führte Christian Preuß
FreieHONNEFER im Juli 2008























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