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Ist die Tageszeitung ein Seniorenmedium?

Juni 14, 2008 von admin 

Der vielerorts angekündigte Tod der Zeitung, der Tageszeitung zumal, wird seit einiger Zeit zunehmend auch von Zeitungsmachern selbst ernst genommen und kritisch diskutiert. Die wachsende Bedeutung und Nutzung des Internets als Informationsquelle hat in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass mittlerweile alle Tageszeitungen auch online präsent sind. Praktisch und billig für den lesenden Kunden. Auf Papier allein verlässt man sich nicht mehr. Zu Recht.

Denn neben der unschlagbaren Aktualität des Internets, das in vielen Fällen die Morgenzeitung zu Makulatur macht, bieten Online-Medien ihren Nutzern die einzigartige Möglichkeit eigene Inhalte selbst zu erstellen und zu bearbeiten.

Der Leser oder Nutzer ist nicht länger nur Konsument von Informationen und Inhalten, sondern er wird als Autor und Produzent eigener Beiträge Teil einer sozialen Informationsgemeinschaft. Das ganze heißt dann Web 2.0. Klingt manchen vielleicht etwas zu technisch und aussagelos. Macht aber im Grunde genommen nichts. Denn wer einmal die Möglichkeiten des Web 2.0 entdeckt hat, der wird sehr schnell auch von der Macht und der Kraft der Veränderung, die das „Mitmach-Internet“ birgt, überzeugt.

Für Steve Ballmer, Vorstandsvorsitzender von Microsoft, sind die Tage der Print-Medien schon lange gezählt. Und auch für den Trierer Medienwissenschaftler Hans-Jürgen Bucher ist die Tageszeitung ein „Seniorenmedium“. So alt fühle ich mich zwar noch nicht. Fakt ist aber, dass den Zeitungsverlagen die Abonnenten wegbrechen und mit der wachsenden Bedeutung des Internets auch die Anzeigenkunden. Nicht, dass wir uns falsch verstehen: man zählt nicht automatisch zu den Senioren, wenn man Tageszeitung liest.

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Die Zukunft allerdings, darin sind sich die meisten Experten einig, liegt im Web 2.0. Hier bündeln sich Aktualität und offene Kommunikation, Austausch, Diskussion und dynamische Vernetzung. Jahrelang war ich ein eifriger Leserbriefschreiber. Abgedruckt wurden von den insgesamt vielleicht 50 Leserbriefen ganze drei! Was für eine Verschwendung. Weniger für mich, als für die Zeitung.

Heute begnügen sich Leser nicht mehr mit Leserbriefen. Geschickt und veröffentlicht! werden Kommentare, Videos, Bilder, Berichte, Meinungen. Und meistens stehen die Beiträge schon nach kurzer Zeit, oft nach wenigen Stunden, online – und werden gelesen! Denn wo sich was tut, da wird hingeschaut und wo sich was regt, da wird nachgeguckt, hingeklickt, da wird widersprochen und unterstützt, kritisiert und kommentiert. Wir sind nicht allein! Wir finden plötzlich Gleichgesinnte und Verbündete, Mitstreiter und Unterstützer. Ach ja, schmeißen Sie das Seniorenmedium nicht gleich in die Tonne. Immerhin gibt es durchschnittlich rund 40 Euro für die Tonne Altpapier. – Carl H. Koeppke

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