Lesezeichen: Zum Glück kein Damenschuh
Februar 3, 2009 von admin
Nachdem nun auch im englischen Cambridge ein Zuhörer seinem Unmut mit einem Schuhwurf Ausdruck verliehen hat, stellt sich die Frage, ob die Welt im Augenblick der Entstehung einer neuen Form des politischen Protests beiwohnt. Zielscheibe des aktuellen Schuhwurfs war Chinas Regierungschef Wen Jiabao.
Foto: “Zum Glück kein Damenschuh!”
Mit dem Ruf: „Wie könnt ihr dem nur unbeteiligt zuhören?“ hatte ein Menschenrechtsaktivist aus der strategisch ungünstigen 20. Zuschauerreihe seinen Schuh in Richtung Rednerpult geworfen. Allerdings verfehlte der Schuh sein Ziel und landete einige Meter entfernt auf der Bühne.
Wen Jabao hält sich derzeit zu einem dreitägigen Besuch im britischen Königreich auf. Schon beim Eintreffen Wens in Cambridge hatten mehrere Menschen außerhalb des Versammlungssaals gegen Chinas Tibet-Politik demonstriert. Bereits Mitte Dezember 2008 war der damalige US-Präsident George W. Bush von einem irakischen Journalisten während einer Pressekonferenz in Bagdad mit gleich zwei Schuhen beworfen worden. Bush konnte aber ausweichen und wurde nicht getroffen.
Die zweckentfremdete Verwendung von Schuhen geht auf den ehemaligen russischen Staatschef Nikita Chruschtschow zurück, der während einer UN-Vollversammlung mit seinem Schuh auf das Rednerpult hämmerte, um seinem Protest Ausdruck zu verleihen. Ob das Werfen von Schuhen nun Schule macht und zu einem internationalen Mittel des politischen Protestes wird, bleibt abzuwarten. Nachdem bislang Verletzungen ausblieben, könnte der Einsatz weiblichen Schuhwerks größeres Gefahrenpotential bergen.
Der Schuhwerfer von Cambridge wurde von Sicherheitskräften wegen Störung der öffentlichen Ordnung festgenommen und zum Verhör zur Polizeiwache gebracht. - Paul Schilling























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