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Mozart mit Gletscherblick

Juni 3, 2010 von admin 

collegium musicumCollegium musicum Bad Honnef auf Konzertreise in Südtirol. Gegenbesuch des Orchesters der Musikfreunde Meran für kommendes Jahr geplant.

Foto: Open Air-Konzert des Collegium musicum Bad Honnef in den Gärten von Schloss Trauttmansdorff

Für die große Mehrheit der Orchestermitglieder des Collegium musicum Bad Honnef war es die erste gemeinsame Konzertreise. Liegt doch die letzte große Exkursion des Orchesters immerhin fast 60 Jahre zurück: Im November 1952 konzertierte das damals noch junge Orchester unter der Leitung seines Gründers Klemens Heinen im Chateau de Val Flory in Marly le Roi bei Paris.

Zwischen Gletschern und Palmen

Über Pfingsten nun fuhren die Mitglieder des Collegium musicum Bad Honnef gemeinsam nach Südtirol. Begleitet exklusiv von Rhein-Onliner, dem Magazin für eine bessere Welt. Zustande gekommen war der Kontakt nach Italien durch die Bratschistin Reinhild Steinschulte. Die gebürtige Südtirolerin hatte nicht nur den Kontakt zum Orchester der Musikfreunde Meran hergestellt, sondern auch die Organisation der Reise in die Hand genommen.

Den Gästen aus Bad Honnef bot sich ein abwechslungsreiches Programm: Neben Ausflügen nach Bozen und Meran, gehörte der Besuch der Gärten von Schloss Trauttmansdorff, wo Kaiserin Elisabeth (Sissi) 1870 und 1889/90 mehrere Monate verbracht hat, zu den touristischen Höhepunkten der Reise.

„Zwischen Gletschern und Palmen“ titelt ein Infoblatt des Tourismusbüros, und tatsächlich liegen zwischen den sonnigen Gärten auf 325 Meter Höhe und den hochalpinen Gletscherwelten im Schnalstal (3212 m), zu denen der Besucher bei mediterranem Klima hinaufblickt, gerade einmal 40 Kilometer. Ein einzigartiges Panorama, vor dem sich das erste Konzert am Pfingstsonntag wie eine akustische Postkartenidylle ausnahm.

Musikalische Flaneure

Auf dem Programm stand neben der Hornsuite aus Händels Wassermusik und Edvard Griegs Holberg-Suite auch das Flötenkonzert in G-dur von W.A. Mozart. Solistin Antonia Schwager gab mit ihrem leichten, unbeschwerten Spiel der heiteren Stimmung des Nachmittags den passenden musikalischen Ausdruck.

Paul SchillingFoto: Paul Schilling (Köln) schreibt für Rhein-Onliner

Während sich zahlreiche Besucher dicht vor das Orchester drängten, verfolgten andere das Konzert von einem mitten im See gelegenen hölzernen Ponton aus oder flanierten, Blütenmeer und Alpenpanorama vor Augen, durch die Gärten und genossen die Musik im Vorbeigehen. Doch nicht nur für die Besucher war das Konzert ein anmutiges Erlebnis. Auch für die Musiker des Collegium musicum selbst war die einzigartige Kulisse ein Höhepunkt der Konzertreise.

Integration fördern

Die fünftägige Reise nach Südtirol war für alle Musiker und ihre Begleiter ein nachhaltiges Erlebnis, musikalisch und menschlich. Orchesterleiter Rolf Beitzel ist überzeugt, dass der enge persönliche Kontakt und das gemeinsame Erlebnis der Reise die Integration innerhalb des Orchesters fördern. „Ein harmonisches Miteinander wirkt sich nicht zuletzt auch auf die Qualität des gemeinsamen Musizierens aus“.

LanaLive
Foto: Abschlusskonzert des Collegium musicum im Rahmen des internationalen Kulturfestivals “LanaLive”

Sonnenuhr und Abendstimmung

Das Abschlusskonzert fand am Pfingstmontag im Rahmen des internationalen Kulturfestivals „LanaLive“ statt. Deutlich mehr Besucher als erwartet kamen in den lauschigen Innenhof von St. Anna. Während zu Beginn des Konzertes noch die Sonnenuhr an der Hauswand die Stunden anzeigte, schien die Zeit bei einbrechender Dämmerung stillzustehen: Katrin Simon-Christs intime Interpretation von Heitor Villa-Lobos Prelude für Gitarre op. 1 passte so ganz in die laue Abendstimmung.

Neben den Konzerten und einem abwechslungsreichen touristischen Programm, kamen die Begegnung und der Austausch mit dem Orchester der Musikfreunde Meran nicht zu kurz. Ähnlich wie das Collegium musicum Bad Honnef, wurde das Südtiroler Orchester mit der Absicht gegründet, interessierten Laienmusikern, vor allem Streichern, die Möglichkeit zu bieten, in einem Orchester mitzuwirken. Auch das Repertoire der beiden Orchester zeigt Parallelen: Vorklassik, Klassik und zunehmend auch zeitgenössische Musik stehen auf dem Programm. Nach der herzlichen Begrüßung der Gäste aus dem Rheinland mit Akkordeonmusik und kaltem Buffet durch die Musikfreunde Meran, wird ihr Gegenbesuch im kommenden Sommer bereits mit Spannung erwartet.

Für Rolf Beitzel, wie für alle Orchestermitglieder steht nach der erfolgreichen Fahrt fest: „Wir werden versuchen in Zukunft weitere Konzertreisen zu unternehmen“. - Text und Fotos: Paul Schilling

Linktipps:

Mit jedem Jahr jünger - Collegium musicum feiert 60. Geburtstag

Nachruf: Zum Tode von Wilhelm Nellessen

Frühjahrskonzert ‘08 des Collegium musicum

Offizielle Website des Collegium musicum Bad Honnef

Mitmachen - Der Kontakt für Musiker und Interessenten

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