Rhein und wahr im Februar
Februar 4, 2010 von admin
01.02.10 Es beruhigt mich manchmal um einen Tisch herum zu gehen. Im Kreis zu laufen macht so schön bescheiden.
01.02.10 Man hat gut lachen, wenn man zu den Guten gehört.
02.02.10 Plötzlich stand Padermann auf und schrie: „Wenn die Zahnpasta fast leer ist, dann drücken alle Menschen wie wahnsinnig auf die Tube, um wirklich noch den letzten Rest der Zahnpasta sichtbar zu machen. Da wird der Stolz eines Menschen angesprochen, wirklich das Letzte aus der Zahnpasta herauszuholen. Irgendwie ist es aber auch menschenunwürdig, wenn solche Instinkte nur dazu benutzt werden können, um Zahnpasta herauszudrücken.“ Alle nickten. Drewermann räusperte sich, Nadermann gab seinem Erdmännchen einen Kuss. Padermann hatte es wieder geschafft. Die Atmosphäre war für Stunden vergiftet.
02.02.10 Es gibt immer weniger Parks und immer mehr Parkplätze. Trotzdem findet man kaum unbenutzte Parkplätze, überall stehen fremde Autos herum und nehmen uns heimischen Parkplatzsuchern den Parkplatz weg. Selbst die Parks, die zu Parkplätzen gemachten wurden sind nun voller parkender Autos, da waren die Parks als Parks doch sinnvoller. Autos wissen die Natur kaum zu schätzen, außer es sind Geländewagen. Es gibt Tage, da bin ich mit meinem Auto nur in Bewegung, weil wir keinen Parkplatz finden. Letzten Freitag bin ich zu einer Bekannten nach Hövelriege gefahren, weil sie mir am Handy versichert hat, dass es dort einen freien Platz vor ihrer Haustür geben würde. Ich habe dann mein Auto dort geparkt und bin mit dem Bus zurück nach Paderborn gefahren. Ich tue jetzt manchmal so, als plane ich für den nächsten Tag einen Umzug, damit ich einen Parkplatz durch drei Eimer blockieren kann. Manchmal ziehe ich mir einfach eine Parkplatzbenutzungsberechtigungsschein und wedele damit herum. Das macht immer Eindruck. „Siehst du denn Mann dort, der einen Parkplatz gefunden hat. Das wäre ein guter Abteilungsleiter für unser neues Parkhaus.“
Erwin Grosche ist ein echter Mitmacher und schreibt für eine bessere Welt
02.02.10 WECKDIENST IM WELTRAUM: Auf dem fremden Planeten scheint Leben zu existieren. Etwas liegt in einem sonderbaren Gestell und gibt Töne von sich. Es hat sich unter einer weichen Decke zurückgezogen und scheint mein Auftauchen nicht zu bemerken. Ich sage: „Hallo Fremder, du musst aufstehen. Du musst in die Schule.“ Plötzlich, jemand bewegt sich und schaut unter der Decke hervor. Die Augen sind aufgerissen, der Blick sonderbar. Nach mehrmaligem Schütteln höre ich endlich Stimmen. Das Wesen spricht unsere Sprache. Es sagt etwas wie: „Lass mich schlafen. Ich bin müde.“ Das klingt interessant. Nach dem Wegziehen der Decke sehe ich das Wesen ganz deutlich. Es sieht aus wie ich, ist aber sehr wütend. Es kann ganz laut schreien: „Lass mich schlafen, Du Marsbewohner.“ Hurra, es ist intelligent. Es versucht meine Herkunft einzuordnen. Ich habe einen Trick. Ich beuge mich zu dem Wesen herunter und kitzele es. Was soll ich sagen. Es kann lachen, auch wenn es nicht lachen will. Wie ähnlich wir uns sind. Endlich, es zeigt deutliche Lebenszeichen. Es läuft hinter mir her und wirft sein Kissen nach mir. Was für ein sonderbares Wesen. Was für ein lustiger Planet. Ich werde das Wesen im Auge behalten und erstmal mit einem Nutella Brötchen in die Küche locken.
03.02.10 Mein Hund der hat drei Decken/ drei Decken hat mein Hund/ würd er sich dort verstecken/ man sucht ihn hundert Stund//
03.02.10 NEUE ABKÜRZUNGEN: MfG = Mit freundlichen Grüßen. Ibsgngzh = Ich bereue, sie gestern nicht geküsst zu haben. IhsgA,dimkadHt = Ich habe so große Angst, dass ich mich kaum aus dem Haus traue.. AkdLe = Abkürzungen können das Leben erleichtern. Usw = Unliebsame Schreib - Wörter.
04.02.10 Ich habe mal eine Zigarette geraucht und gleichzeitig vom Vorteil des Nichtraucherdaseins geschwärmt. Mir fiel dieser Widerspruch erst auf, als ich von der schützenswerten Phantasie der Kinder sprach und die Kleinen um mich herum wie wild husteten. Ich hielt meinen Vortrag, wie ich dann herausfand in einem Nichtraucherkindergarten und musste erkennen, dass die Kinder nichtmahls den Unterschied zwischen Rauchen und Nichtrauchen ahnten. Sie dachten beim Nuckeln an einem Buntstift schon, sie wären Raucher.
04.02.10 Wenn junge Menschen freundlich sind, denkt man gleich, die werden später es mal schwer haben. Der freundliche Mensch erscheint so ausnützbar.
05.02.10 Padermann ergriff wieder das Wort. Seit Wochen war er unausstehlich. Er war kurz davor seinen Hund mit ins Bett zu nehmen. So konnte es nicht weiter gehn. Padermann nörgelte: „Ich entferne mich ungern von Partys, wenn alle anderen noch bleiben. Einmal hörte ich, wie gleich die Musik lauter gestellt wurde, als ich den Raum verließ.“ Drewermann und Nadermann nickten verständnisvoll. Als Padermann endlich den Supermannstammtisch verlassen hatte, machte Nadermann die Musik lauter und Drewermann lief um den Tisch herum. Kaum zu glauben. Manchmal war es schöner ohne Padermann. - Erwin Grosche | www.erwingrosche.de























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