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Schuhwerfer von Bagdad bald im Schweizer Asyl?

Januar 20, 2009 von admin 

Romors on the internetsWie die „Tribune de Genève“ berichtet, hat der irakische Journalist Muntadar al-Zaidi in der Schweiz um politisches Asyl gebeten.

Bei der Meldung beruft sich die Zeitung auf al-Zaidis Anwalt Mauro Poggia, der nach eigenen Angaben von der Familie seines Klienten gebeten worden sei, einen Brief an die Schweizer Außenministerin Micheline Calmy-Rey zu schreiben, mit der Bitte al-Zaidi Asyl in der Schweiz zu gewähren.

Seit seinem spektakulären Schuhwurf auf US-Präsident Georg W. Bush Mitte Dezember fürchtet der 29-Jährige um seine Sicherheit. „Sein Leben könnte in seinem eigenen Land zur Hölle werden, seinen alten Job als Journalist kann er dort nie wieder ausüben“, sagte Mauro Poggia. Für die Schweiz müsste es eine Ehre sein, diesem Mann die Hand zu reichen, der gezeigt habe, dass man seine Missbilligung auch ohne Sprengstoff zeigen könne.

15 Jahre Haft für Schuhwurf

Al-Zaidis älterer Bruder Dargham hatte in einem Interview mit der britischen BBC im vergangenen Monat gesagt, dass sein Bruder seit seiner politischen Aktion von irakischen Sicherheitsleuten schwer misshandelt worden sei. Ihm seien ein Arm und einige Rippen gebrochen worden, zudem leide er an inneren Blutungen.

Ursprünglich sollte die Verhandlung gegen den Schuhwerfer bereits Ende Dezember wegen „Aggression gegen einen ausländischen Staatschef“ stattfinden. Ihm droht eine 15-jährige Gefängnisstrafe. Der Prozess wurde aufgeschoben, um einen Einspruch der Verteidigung zu prüfen, die den Schuhwurf als „Beleidigung“ und nicht als „Aggression“ beurteilt. Sollte das Gericht dem Antrag folgen, droht al-Zaidi eine Höchststrafe von drei Jahren Freiheitsentzug, mit der Möglichkeit gegen Zahlung einer Kaution freigelassen zu werden.

„Dies ist dein Abschiedskuss, du Hund!“

Der Schuhwurf ereignete sich auf einer gemeinsamen Pressekonferenz von George W. Bush und dem irakischen Regierungschef Nuri al-Maliki. Mit den Worten „Dies ist dein Abschiedskuss, du Hund! Das ist von den Witwen, den Waisen und all denen, die im Irak getötet wurden!“, hatte Muntadar al-Zaidi seine beiden Schuhe auf Bush geworfen. Daraufhin wurde er von Sicherheitskräften festgenommen.

In der arabischen Kultur gilt es als schwere Beleidigung, jemanden die Schuhsohlen zu zeigen – geschweige denn, eine Person damit zu bewerfen.

Bush witzelte nach dem Vorfall, dass es sich um Schuhe der Größe 44 gehandelt habe. Die Verbreitung der Szene im Internet über YouTube hatte Muntadar al-Zaidi innerhalb weniger Stunden berühmt gemacht. Besonders in der arabischen Welt wurde sein Schuhwurf bejubelt.

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