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Stadt, Wald, Schloss und der Sonnenk├Ânig Frank Asbeck

Januar 22, 2009 von admin 

Frank Asbeck, Chef des Bonner Weltunternehmens Solarworld, ist ein umtriebiger Zeitgenosse. Der gr├╝ne Vorzeigeunternehmer und Liebling der B├Ârse, der zuletzt mit seinem Angebot den Opel Konzern zu ├╝bernehmen f├╝r Schlagzeilen sorgte, liebt es auch privat gern gro├č und pr├Ąchtig.

Asbeck hat ein Faible f├╝r alte H├Ąuser, engagiert sich gro├čz├╝gig f├╝r zahlreiche soziale Projekte, f├Ąhrt einen schwarzen Maserati mit 300 PS und ÔÇô Frank Asbeck liebt die Jagd.

Ende letzten Jahres hat Asbeck, zur Freude der Stadt Remagen, das Gel├Ąnde der ehemaligen Film Union gekauft, einschlie├člich des zugeh├Ârigen Forstes und mehrerer Forellenteiche. Schmuckst├╝ck auf dem neu erworbenen St├╝ck Land ist das Schloss Calmuth, das Asbeck bis zu seinem 50sten Geburtstag im Sommer dieses Jahres vollst├Ąndig wiederherstellen m├Âchte. Der neue Nachbar von Thomas Gottschalk, dem das angrenzende Schloss Marienfels geh├Ârt, sorgt nun mit weiteren Kaufpl├Ąnen f├╝r Unmut im Remagener Stadtrat und in wachsenden Teilen der Bev├Âlkerung.

Stadtrat ├╝ber Verkaufsgespr├Ąche nicht informiert

Denn Frank Asbeck m├Âchte den Remagener Stadtwald kaufen. Der Remagener Wald ist zu 90 Prozent in Privatbesitz, zehn Prozent geh├Âren der Stadt. Und um diesen Teil ist nun ein Streit zwischen Teilen des Stadtrates und dem Remagener B├╝rgermeister Herbert Georgi ausgebrochen.

Die Stadtratsmitglieder der W├ĄhlerGruppe Remagen sind vor allem ├╝ber die “Geheimniskr├Ąmerei” ver├Ąrgert, die der B├╝rgermeister und die Verwaltung der Stadt betrieben. Nach Aussage ihrer Vorsitzenden, Ute Kreinenmeier, seien Gespr├Ąche ├╝ber den Verkauf des Stadtwaldes zwischen Frank Asbeck und B├╝rgermeister Herbert Georgi gef├╝hrt worden, ohne den Stadtrat dar├╝ber zu informieren. Verwaltungsseitig, so der Vorwurf, seien intern bereits Vorbereitungen getroffen worden, um eine Kaufentscheidung herbeizuf├╝hren.

Keine konkreten Verhandlungen

B├╝rgermeister Georgi beteuert, dass es noch keine konkreten Verhandlungen gegeben habe. Der Wald als gr├╝ne Lunge, geh├Âre den B├╝rgern. Dass davon nichts verloren gehen d├╝rfe, sei die Grundbedingung daf├╝r, dass ├╝ber einen Verkauf des Stadtwaldes ├╝berhaupt nachgedacht werde. Ein neuer Eigent├╝mer, so Georgi, m├╝sse garantieren, dass der Wald ausschlie├člich f├╝r jagdliche Zwecke und im Sinne einer nachhaltigen Forstwirtschaft unter Beibehaltung der Waldbest├Ąnde genutzt werde. Zudem m├╝sse der uneingeschr├Ąnkte Zugang der Bev├Âlkerung sichergestellt sein.

In der j├╝ngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses lie├č Georgi demonstrativ zu Protokoll geben, dass er sich h├╝ten werde den Wald per Eilentscheid zu verkaufen. Dass das Thema Stadtwald bei der Sitzung ├╝berhaupt auf die ├Âffentliche Tagesordnung gesetzt, und nicht, wie urspr├╝nglich vorgesehen, nicht├Âffentlich verhandelt wurde, sehen Beobachter als indirekte Reaktion auf die Kritik der W├ĄhlerGruppe Remagen, sowie zahlreicher B├╝rger.

Verkauf hat weitreichende Folgen

Video: Frank Asbeck - der Sonnenk├Ânig

Deren Kritik richtet sich vor allem gegen die fehlende Transparenz und Offenheit beim Thema Stadtwaldverkauf. Die Angst, dass der Wald “unter der Hand” und damit an der ├ľffentlichkeit vorbei, verkauft werden k├Ânnte, zeigt das gro├če Misstrauen, das viele empfinden. Ute Kreinenmeier will, dass ├╝ber einen Verkauf vern├╝nftig diskutiert wird und dass die Bev├Âlkerung hinreichend informiert wird. Sollte der Stadtrat einem Verkauf zustimmen, so m├╝sse ├╝ber die Bedingungen diskutiert werden, um sicherzustellen, dass der Stadtwald als Naherholungsgebiet f├╝r die B├╝rger erhalten bleibe. “Wenn man Gemeindewald, den Wald der B├╝rger also, verkaufen will, hat das weitreichende Folgen.” Dazu bed├╝rfe es zuerst einmal einer grunds├Ątzlichen Information in den st├Ądtischen Gremien. Das muss auch im Stadtrat ausdiskutiert werden, bevor man Vorbereitungen trifft und Wertgutachten rechnen l├Ąsst.

Laut Landesgesetz von Rheinland-Pfalz hat Gemeindewald den Interessen der Gemeinde und der ├Ârtlichen Bev├Âlkerung zu dienen und soll als wertvoller Bestandteil des Gemeindeverm├Âgens erhalten werden.

B├╝rgermeister Herbert Georgi hat nun ein Wertermittlungsgutachten in Auftrag gegeben. Ein Ergebnis liegt noch nicht vor. - Paul Schilling

Linktipp: WDR Lokalzeit aus Bonn - Ein Schl├Âsschen f├╝r die Jagd (Video)

IHRE Meinung ist gefragt!

Wir freuen uns auf Ihre Beitr├Ąge

Stadtwald verkaufen oder nicht? Was meinen SIE? Verscherbelt Remagen damit m├Âglicherweise kostbares Tafelsilber, dessen Wert in Zukunft noch steigen wird, oder lohnt sich der Verkauf um kurzfristig die Kassen zu f├╝llen? Schreiben SIE uns IHRE Meinung hier als Kommentar oder als l├Ąngeren Beitrag auf die redaktion@freiehonnefer.de

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Kommentare

4 Kommentare zu “Stadt, Wald, Schloss und der Sonnenk├Ânig Frank Asbeck”

  1. Brenne am Januar 23rd, 2009 10:52

    Ich verstehe die Kritik an dem Deal ├╝berhaupt nicht. Es ist doch toll, dass sich prominente Leute f├╝r Remagen und die Region interessieren. Wenn die Stadt dabei noch Geld in die Kasse bekommt, umso besser.

  2. Karl-Heinz Gutjahr am Januar 23rd, 2009 19:39

    Prominent oder nicht, es handelt sich um wertvolles Eigentum von Remagen und seiner B├╝rger.
    Keinesfalls darf ein Verkauf von Stadteigentum zum abdienen von Schulden f├╝r Fehlplanungen, z.B. der frasgw├╝rdig, halbherzig gebauten Rheinpromenade und anderes mehr weggesch├╝ttet werden.
    (NUR DIE RHEINPROMENADE IN IHRER GANZHEIT IST F├ťR REMAGEN ZUKUNFTSMAGNET MIT PFIFF.)
    STADTEIGENTUM IST DAS TAFELSILBER DER STADT, DIESES GILT ES ZU H├ťTEN !!!
    F├äHIGE STADTW├äCHTER MACHEN AUS TAFELSILBER ” TAFELGOLD “.
    UNF├äHIGE STADTPOLITIK MACHT AUS TAFELSILBER HOLZL├ľFFEL , die schon ├╝ber Remagen an einer Schnur bedrohlich h├Ąngen.
    Mehr Pfiff f├╝r REMAGEN hei├čt auch Stadtpolitik der f├Ąhigen K├Âpfe, nicht der alten Z├Âpfe.
    Schuldenfrei wird REMAGEN, wenn verfilzte Z├Âpfe ab sind und frischer Wind durchs Stadthirn weht.
    Daf├╝r mu├č kein Tafelsilber verscheuert werden, oder nur dann, wenn es durch GOLD der ZUKUNFT aufgebessert wird. REMAGEN ist kein Leihhaus unf├Ąhiger Politik und Wirtschaftsf├╝hrung mit R├ťCKW├äRTSBEZAHLUNG.
    Kein Schleuderguss ist so gut, wie REMAGENS TAFELSILBER das bei
    FÄFIGKEIT zu TAFELGOLD werden kann

  3. Dr. J├Ârg Ro├čberg am Januar 26th, 2009 22:11

    ÔÇ×Geld weg - Wald weg ?

    Sehr geehrter Herr B├╝rgermeister, Sie haben uns bei Ihrer Antrittsrede 2003 versprochen, ÔÇ×ÔÇŽ sorgsam mit den nat├╝rlichen Ressourcen der Stadt umzugehen … ÔÇť(Die Rede liegt mir als Original vor.) Der Stadtwald soll verkauft werden, das steht wohl nicht mehr zur Diskussion. Wer wie Sie ein Wertgutachten erstellen l├Ąsst, ist mitten im Verkaufsprozess. Was treibt Sie zum Verkauf, welche Motive leiten Sie? Was wollen Sie mit dem Verkauf bewirken? Welchen Nutzen aber haben wir B├╝rger davon?

    Die Ungereimtheiten um das ehemalige Bechergel├Ąnde, das Bauvorhaben in Birgel ÔÇ×Unkeler WegÔÇť und ÔÇ×Alte LiebeÔÇť in Oberwinter, die neusten Entwicklungen um die Rheinpromenade sind meines Erachtens Anlass genug, wachsam die Entwicklung um den Stadtwald zu verfolgen und zu hinterfragen. Ich frage mich zunehmend, ob die Angelegenheit auf dem richtigen Weg ist.

    Der Stadtwald ist einmalig und in seiner Anlage etwas Besonderes, eben ein Filetst├╝ck. Ist er einmal verkauft, ist er f├╝r die B├╝rger in vieler Hinsicht verloren. Beispielsweise werden in Bad Neuenahr ├Âffentliche Geb├Ąude mit Holz aus dem eigenen Stadtwald beheizt. - Auch ein Modell f├╝r Remagen? Vielleicht sind wir einmal froh, in Krisenzeiten auf eigenen Wald zur├╝ckgreifen zu k├Ânnen! Oder kommt es so, dass wir von Herrn Asbeck das Holz zur├╝ckkaufen m├╝ssten? Der Vollblutunternehmer Frank Asbeck wei├č, wie man Geld in unsicheren Zeiten anlegt: In Grund und Boden und in Immobilien. Ich sehe Sie dagegen schon verk├╝ndigen: ÔÇ×Geld weg! - Wald wegÔÇť!

    Meiner Meinung nach ist es doch l├Ąngst beschlossene Sache, dass Sie den Wald verkaufen wollen. Viele Anzeichen signalisieren, dass die gro├čen Fraktionen CDU, SPD und B├╝rgerliste den Verkaufsprozess bef├╝rworten. Daf├╝r spricht insbesondere deren auffallende Zur├╝ckhaltung im Meinungsbildungsprozess

    Der Entscheidungsprozess muss ├Âffentlich nachvollziehbar sein. Es geht nicht um den Schutz der Privatsph├Ąre eines K├Ąufers, sondern um Belange des ├Âffentlichen Interesses. Und das hat auch etwas mit Demokratie zu tun! Oder erw├Ągen Sie vielleicht, den Wald ├╝ber eine Eilentscheidung zu verkaufen, wie auch schon unter Ihrem Vorg├Ąnger B├╝rgermeister Denn gelegentlich praktiziert? Wenigstens der Unternehmer Frank Asbeck sagt, was er will. Das erwarte ich auch vom B├╝rgermeister und den Entscheidungstr├Ągern im Stadtrat. Legen Sie die Karten auf den Tisch. Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass aus fehlgeleitetem Interesse oder zum Schaden der Remagener der Stadtwald eventuell sinnlos verscherbelt wird.

  4. Claudia am April 26th, 2009 19:55

    H├Ątte Remagen denn auch gen├╝gend Mittel um das ganze Schlo├č zu renovieren?Es ist doch sch├Ân,da├č jemand die Geb├Ąude dort wieder zu dem machen will was sie einmal waren.
    Ich kenne die Gegend noch aus den 70er Jahren und habe dort meine Ferien verbracht weil meine Tante dort gearbeitet und gelebt hat.Alle paar Jahre habe ich dort mal vorbeigeschaut und war jedesmal mehr ├╝ber der Verfall entsetzt.
    Heute war ich wieder dort ,teilweise sieht es dort schlimm aus.Trotzdem war ich erfreut zu sehen,da├č sich da endlich etwas ├Ąndern wird.
    Ich kann mir nicht vorstellen,da├č der neue Besitzer es nicht mehr gestatten wird ,da├č die Bev├Âlkerung den Wald als Naherholungsgebiet nutzen werden.





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