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Tanz auf dem Vulkan - Über Naturkatastrophen, Spekulanten und das Versagen der Politik

Mai 8, 2010 von admin 

Tanz auf dem VulkanUnser Planet wird seit Jahren von Katastrophen überzogen. Gegen Naturkatastrophen, wie Tsunami, Erdbeben, Geröll- und Schneelawinen, Überschwemmungen, Orkane und Vulkanausbrüche sind wir Menschen quasi macht- und hilflos. Doch da sind die von Menschen verursachten Katastrophen,(…)

(…)der Klimawandel und wie zuletzt die große Ölkatastrophe im Golf von Mexiko, gegen die sich die Natur nicht zur Wehr setzen kann und die am Ende auch unser menschliches Leben bedrohen. Allein mit der Bewältigung dieser Katastrophen sind wir Menschen fast überfordert. Doch neben den Naturereignissen und dem zerstörerischen Handeln durch uns Menschen gegenüber der Natur gibt es eine Katastrophe, die ist geradezu pervers. Es handelt sich um das internationale Netzwerk von Spekulanten, die dabei sind den sozialen Frieden und letztlich den Weltfrieden aufs Spiel setzen.

Politiker lediglich Handpuppen der Macht

In der Vergangenheit haben absolutistisch regierende Personen, wie Kaiser, Könige, Fürsten und Diktatoren, das politische Handeln bestimmt. Sie haben Staaten aufgebaut, vergrößert, verändert und gestaltet. Sie haben Kriege geführt, Gewalt auf Menschen ausgeübt und sie haben nicht selten ihre Spuren bis in die Gegenwart hinterlassen. Leistungen konnten bewertet und Verantwortungen zugeordnet werden. Natürlich haben sie nicht ohne Gefolgsleute regieren und nicht ohne Unterstützung handeln können. Zu allen Zeiten standen im Hintergrund Finanziers zur Verfügung, die sich als Geldgeber an der politischen Macht beteiligten. Sie hielten sich zwar im Hintergrund, sie waren aber keineswegs anonym. Das Zitat: „Geld regiert die Welt“ hat heute eine neue, gefährliche Dimension angenommen. Die Finanziers der Politik begnügen sich nicht mehr mit der Einflussnahme auf die Politik, sie bestimmen die Politik. Sie degradieren die sogenannten politischen Führungskräfte zu Handlagern für ihre wirtschaftlichen Interessen, zu Handpuppen ihres Machtpokers.

Bernhard DierdorfFoto: Bernhard Dierdorf schreibt für Rhein-Onliner

Weltwirtschaftskrisen 1929/30 und 2009/10

Im Winter 1929/30 geriet Deutschland in den Strudel der sich aus dem Zusammenbruch der New Yorker Börse im Oktober 1929 entwickelnden Weltwirtschaftskrise. Der Kapitalstrom nach Deutschland versiegte, als die für die deutsche Wirtschaft so dringend benötigten ausländischen Kredite abgezogen wurden. Firmenzusammenbrüche, Bankenschließungen und Massenarbeitslosigkeit waren die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise. Die politischen Folgen in Deutschland sind unvergessen. Spätestens nach dem Zweiten Weltkrieg, als sich die geschundene Welt neu sortierte und orientierte, hätte die Politik für nationale und internationale Finanzregeln sorgen müssen. Doch im Zeichen des wirtschaftlichen Aufschwunges und des deutschen Wirtschaftswunders hat die Politik diese Chance vertan. Infolge des nachlassenden Wirtschaftswachstums gab es deutliche Hinweise darauf, dass internationale Finanzregeln dringend geschaffen werden müssen.

Doch die Mahner blieben wie Rufer in der Wüste, ungehört. Die Finanzkrise 2009/10 konnte die Politik nicht wirklich überraschen. Wie die Weltwirtschaftskrise 1929/30, so ist auch die Weltwirtschaftskrise 2009/10 durch das Versagen großer Banken verursacht worden. Damals wie heute haben skrupellose Spekulanten ihre Geld- und Machtgier übertrieben. Wieder erhielt die Politik die Chance endlich die überfälligen Finanzregeln in Angriff zu nehmen. Doch stattdessen wurde ein staatlicher Rettungsschirm von über 100 Milliarden Euro für die Banken gespannt, ohne die Banken nachhaltig in die Pflicht zu nehmen. Während die von der Finanzkrise gebeutelten Unternehmen und Betriebe sich allmählich von der Wirtschaftskrise erholen, betreiben Banker und Spekulanten wieder ihr gefährliches Spiel. Und wie Griechenland beweist, weit zerstörerischer als bisher bekannt.

Netzwerk der Zerstörung

Nach dem Zweiten Weltkrieg ist die Welt Schritt für Schritt zusammengerückt. In der UNO versucht die Völkergemeinschaft einen dauerhaften Weltfrieden zu verwirklichen. Die Europäische Union sorgt für ein friedliches Miteinander im alten Europa. Der Eiserne Vorhang ist gefallen und alte, ideologisch geprägte, Feindschaften gehören der Vergangenheit an. Die großen Industrienationen stehen in einem dauerhaften Dialog und das weltweite Wirtschaftsgeflecht ist eine Voraussetzung dafür, dass ein konventionell geführter Weltkrieg ausgeschlossen werden kann. Selbst der Kampf gegen den internationalen Terrorismus lässt die Völkergemeinschaft zusammenrücken. Hinter dieser beruhigend wirkenden Fassade, haben international tätige Spekulanten ein Netzwerk der Zerstörung aufgebaut.

Weltunternehmen, wie z. B. Daimler-Benz und Siemens haben Unsummen in die Bestechung von Politikern und öffentlichen Verwaltungen investiert, um an lukrative Aufträge zu gelangen. Die Hotelbranche in Deutschland hat über millionenschwere Parteispenden an FDP und CSU erfolgreich Einfluss auf die Steuerpolitik der schwarz-gelben Bundesregierung unter Angela Merkel genommen. Spekulanten schließen Wetten gegen finanzschwache und hoch verschuldete Staaten, wie Griechenland, ab, um über Staatsbankrotte u.a. die Europäische Union zu schwächen oder gar dem Auseinanderfallen zuzuführen. Erste Risse in der europäischen Solidarität werden sichtbar. Angela Merkel würde den Ausschluss von EU-Mitgliedsstaaten billigend in Kauf nehmen, wenn dieser der Machterhaltung im eigenen Lande dient. So hat sie bei der Griechenlandhilfe ohne Not auf Zeit gespielt und trotz ihrer Richtlinienkompetenz als Bundeskanzlerin nichts unternommen, um zumindest den Einstieg in Finanzregeln einzuleiten.

Der mühevoll aufgebaute Sozialstaat Deutschland wird Stück für Stück zerstört, Kinder- und Altersarmut in Kauf genommen und der von Angela Merkel versprochene Bildungsstaat Deutschland ist ebenso wenig sichtbar, wie seinerzeit die von Helmut Kohl nach der Wiedervereinigung versprochenen blühenden Landschaften im Osten Deutschlands. Es entsteht immer mehr der Eindruck, dass die Politik zu einem Marionettentheater verkommen ist, in dem von Profitgier getriebene Weltzerstörer die Fäden ziehen. - Bernhard Dierdorf

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