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Viel Aloha auf Maui – ein liebevoll kritischer Blick ins Paradies

August 7, 2010 von admin 

MauiDie Luft ist weicher auf Maui, die Sicht klarer, das Meer blauer, die Fische bunter, die Menschen freundlicher. Was gibt’s Besseres als in so einem Paradies mit dem Auto bei heruntergekurbelten Fenstern (fĂŒr ein Cabrio reichte unser Budget nicht) an der KĂŒste entlang zu cruisen? Der lokale Radiosender Native 92.5 spielt Reggae bis zum Abwinken und ein stetiger Wind, der typisch ist fĂŒr Maui, weht dem Urlauber um die sich brĂ€unende Nase.

Foto: Strandidylle auf Mauis Sonnenseite, (c) Nina Grenningloh Reyes

Qual der Wahl im Paradies

Nach zehn Tagen auf diesem paradiesischen Eiland habe ich Probleme, wieder in den Alltag in Los Angeles zurĂŒck zu finden. Kein Wunder, denn Maui ist Hawaiis unbestrittene Spielwiese, und ich kann vom Spielen auf Maui nicht genug bekommen. Keine andere Hawaii-Insel bietet so viele AktivitĂ€ten und so unterschiedliche Landschaften. Es gibt fast nichts, was man nicht tun kann auf Maui: Wandern in unberĂŒhrten RegenwĂ€ldern, Schnorcheln, auf dem Fahrrad den 3.000 Meter hohen Vulkan Haleakalā herunterrasen, stundenlang an perfekten BilderbuchstrĂ€nden entlang spazieren, unter einem sprudelnden Wasserfall herumtoben, in ein natĂŒrliches SĂŒĂŸwasserbecken springen, an einem schwarzen, roten oder weißen Sandstrand liegen oder einfach nur einen Mai Tai schlĂŒrfen, wĂ€hrend die Sonne vor den nahe liegenden Inseln untergeht.

Maui
Foto: Mit dem Boot zum Schnorcheln, (c) Nina Grenningloh Reyes

Schnorcheln unter Schildkröten

„Aloha, Maui!“ seufze ich, wĂ€hrend ich diesen Bericht schreibe, und erinnere mich an das GefĂŒhl der absoluten GlĂŒckseligkeit, als ich zum ersten Mal am perfekten Strand in die perfekten Wellen sprang. (Randbemerkung: Der perfekte Strand liegt meist nicht direkt vorm Hotel. In unserem Fall befanden sich unsere LieblingsstrĂ€nde 3 Meilen sĂŒdlich von unserer Unterkunft.) Wir lernten innerhalb kĂŒrzester Zeit, dass die beste Zeit zum Schnorcheln zwischen 7 und 10 Uhr morgens ist. Dann ist die See ruhig und die Sicht unter Wasser fabelhaft. Am Nachmittag, wenn der Wind stĂ€rker blĂ€st, werden Wasserratten mit höheren Wellen beschenkt, die zum Boogieboarden einladen. Ich kann mich nicht entscheiden, was mehr Spaß macht – Schnorcheln am Maluaka Beach im sĂŒdlichen Makena, wo wir eine Gruppe von Riesenschildkröten beim Seetanggrasen beobachteten, oder Boogieboarden am Po’olenalena Beach.

MauiFoto: Unter einem rauschenden Wasserfall, (c) Alexis Reyes Rodriguez

WasserfĂ€lle ĂŒber WasserfĂ€lle

Die Action hört nicht etwa am Strand auf. Wir quĂ€lten uns an einem Morgen um halb sechs aus dem Bett, um mit einem fantastischen Tag unter malerischen WasserfĂ€llen belohnt zu werden. Auf der regenreichen, östlichen Seite Mauis schlĂ€ngelt sich die wohl kurvenreichste KĂŒstenstraße der Welt durch den saftig grĂŒnen Regenwald nach Hana. Das Örtchen Hana am Ende der Route ist dabei nicht das Ziel; der Weg ist das Ziel. Wir stoppten an jeder zweiten Biegung, um wenige Hunderte Meter durch Dickicht und Flussbette zu kraxeln. Die Belohnung: WasserfĂ€lle wie man sie sonst nur von Postern kennt. Nach einer Weile hat der verwöhnte Maui-Tourist so viele von diesen rauschenden Wassermassen gesehen, dass man sich fragt, ob es sich nicht doch um einen clever getarnten amerikanischen VergnĂŒgungspark handelt.

Genauso echt wie die WasserfĂ€lle sind die SĂŒĂŸwasserbecken, die man im dichtesten Regenwald plötzlich erblickt. Einige dieser Naturschwimmbecken sind allerdings so populĂ€r, dass gleich ganze Busladungen von Touristen dort hingekarrt werden. Die Menschenmassen machen die Idylle dann kaputt. Mein Tipp: Abseits der „ausgetretenen Pfade“ im Dschungel eigene kleine Wasseroasen finden und genießen.

Maui
Foto: Ausblick bei der Fahrt auf der Straße nach Hana, (c) Alexis Reyes Rodriguez

Beflecktes Paradies

Es ist leider so: Das Paradies leidet unter dem Touristenansturm. Die Regierung versucht das Schlimmste zu verhindern. Recycling steht in Maui auf dem Programm. Dosen, Plastik, Bierpullen – alles wird schön getrennt und recycelt, so wie man es aus Deutschland kennt. Nur, dass es in Maui relativ neu ist und sich einige Amis, die mit Rohstoffwiederverwendung sonst nix am Hut haben, schwer tun mit dem Konzept.

Im Radio erklingen haufenweise Aufrufe und Tipps zum Wassersparen: Toilette einmal weniger abziehen, GrĂŒnflĂ€chen nicht bewĂ€ssern wenn’s regnet, tropfende WasserhĂ€hne reparieren usw. Sollte man eigentlich von selbst wissen, aber die Umweltrettungsmaßnahmen kommen erst spĂ€ter auf der Inselgruppe, weit ab vom Festland, an.

Nina Grenningloh ReyesFoto: Nina Grenningloh Reyes (Los Angeles) schreibt fĂŒr Rhein-Onliner

Delfine und Schildkröten in Gefahr

Was noch? Ach ja, im TouristenbĂŒro erzĂ€hlte uns Paul Stromberg, ein zugezogener Festlandami, dass es auf der Insel keine KajakausflĂŒge mehr gĂ€be. „Die Touren nahmen ĂŒberhand, seitdem Touristen vor der KĂŒste mit Delfinen schwimmen wollten“, so Stromberg. Wild im Wasser planschende Urlauber schlugen die Delfine in die Flucht. Mauis Regierende zogen die Konsequenzen und verboten Kajaktouren.

Mauis Meeresschildkröten mussten ebenso unter den FeriengĂ€sten leiden, die leider oft keine Grenzen kennen. Anschauen der bis zu 300 Pfund schweren Meeresbewohner war vielen Schnorchelnden nicht genug – sie streichelten und betatschten die Tiere. „Dabei ĂŒbertrugen sie ein Virus auf die Schildkröten“, erzĂ€hlte uns Stromberg. „Die Tiere litten unter Wucherungen an Kopf und Flossen. Fast jede zweite Schildkröte war betroffen.“ Vor ein paar Jahren setzten die Behörden ein saftiges Bußgeld von bis zu 5.000 Dollar auf das Anfassen von Mauis Meeresschildkröten und begannen eine Medienkampagne, die Wirkung zeigte. Heute sind die Schildkröten vom Virus befreit und schwimmen wieder wie sie die Natur geschaffen hat in den Wassern rund um Hawaii.

MauiFoto: Weltmeister im Feuertanz beim Luau, (c) Alexis Reyes Rodriguez

Luau: Mehr Hawaii geht nicht

Luau kennt man aus Filmen. Sonnenverbrannte Urlauber sitzen an Tischen – im Hintergrund verschwindet die rote Sonne im Meer. Ein Glas Mai Tai in der Hand, einen Blumenkranz – den so genannten Lei – um den Hals, und auf der BĂŒhne tanzen Hawaii-Schönheiten Hula. Luau ist die ultimative Touristenattraktion auf Hawaii. Auf Maui kann so ein Spaß bis zu 100 Dollar pro Person kosten, je nach Ort und Art der Veranstaltung. Zugegeben: der naive Urlauber wird mit All-you-can-eat-and-drink-Angeboten und einer einzigartigen AtmosphĂ€re gelockt.

Die Veranstaltungen auf Maui sind allerdings nur bedingt authentisch. Der Luau im Grand Wailea Resort, dem wir beiwohnten, verwöhnte uns zwar mit hĂŒftschwingenden Hula-TĂ€nzerinnen, zeigte aber auch polynesische FeuertĂ€nzer. Die Tradition des Feuertanzes kommt ganz und gar nicht aus Hawaii, sondern eher aus Tahiti und Samoa.
Aber was beschweren wir uns – wir bestaunten den Weltmeister im Feuertanz trotz alledem. Hawaii hin, Tahiti her.

Leider glich das so groß angepriesene All-you-can-eat-Buffet eher einem Wettbewerb im  Schnellessen. Nach weniger als 20 Minuten, nachdem alle GĂ€ste sich etwas vom hawaiischen Kalua-Schwein auf die Teller geladen hatten, wurde das Buffet schon geschlossen. Auch die „Open Bar“ packten die Kellner ganz schnell wieder zusammen, nachdem der letzte Akkord der BĂŒhnenschau gerade abgeklungen war. Uns blieb nur, die Reste unserer Mai Tais und Pina Coladas auszuschlĂŒrfen und froh zu sein, dass wir fĂŒr diesen kurzen Spaß nicht die ĂŒbliche horrende Summe ausgegeben hatten. Unser Activity Coordinator Paul Stromberg hatte uns einen super Rabattpreis von 19 Dollar fĂŒr den Luau gemacht. Da sagen wir „Mahalo!“ – das ist hawaiisch und heißt „Danke!“ - Nina Grenningloh Reyes

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