Die Vulkanaschewolke und das Siebengebirge - strahlend blauer Himmel ohne Fluglärm
April 17, 2010 von admin
Man glaubt es kaum: Die komplette Sperrung der deutschen Flughäfen bringt, neben allen wirtschaftlichen Verlusten und Verärgerungen, auch positive Effekte mit sich!
Foto: Der Himmel über dem Siebengebirge von heute (Sa. 17.04.2010 um 14.13 Uhr) - Keine Kondensstreifen von Flugzeugen weit und breit, und wer genau hinhört, hört nichts. (c) Christian Preuß
Parallelen zur Zeit nach dem 11.September
So sind Klimaforscher nun in der Lage, die Entwicklung des Wetters, ganz ohne den Einfluss der Flugzeugabgase und sich bildender Kondensstreifen, zu beobachten. Zuletzt bot sich diese Möglichkeit nach den Terroranschlägen des 11. Septembers 2001, als der komplette nordamerikanische Luftraum gesperrt werden musste.
Kondensstreifen beinflussen die Temperatur
Kondensstreifen verringern den Bereich zwischen der Tageshöchsttemperatur und dem nächtlichen Tiefstwert im Durchschnitt um mehr als ein Grad Celsius. Die um genau 1,1 Grad Celsius verringerte Differenz zwischen Höchst- und Tiefstwert nannten die Forscher damals “gering, aber bemerkenswert”. Dass sich die Kondensstreifen von Fliegern unter bestimmten atmosphärischen Bedingungen zu Zirrus ähnlichen Wolken verwandeln, war schon länger bekannt.
Christian Preuß (Herausgeber) schreibt für Rhein-Onliner
Endlich - Das Siebengebirge ohne Fluglärm
Schauen wir aus dem Fenster unserer Redaktion in Bad Honnef, am Rhein, erkennen wir: Der Himmel über uns ist strahlend blau mit leichter Eintrübung, und kein Wölkchen und keine sich weiter verbreitenden Kondensstreifen von Flugzeugen sind auszumachen.
Das ist sonst ganz anders, denn über Bad Honnef und dem Naturpark Siebengebirge liegt eine Einflugschneise des Köln-Bonner Flughafens. Nach Sperrung des Airports entfällt auch jeglicher Fluglärm. Jetzt ist also der ideale Zeitpunkt das Siebengebirge buchstäblich in Ruhe zu genießen.
Keine Änderung in Sicht
Wie Spiegel-Online berichtet, hat die Deutsche Flugsicherung (DFS), nach Auswertung aktueller Wetterdaten, entschieden, den Luftraum über Deutschland bis 2 Uhr am Sonntag zu sperren. Die für die Flugzeugturbinen gefährliche Aschewolke habe sich weiter über Deutschland ausgebreitet, so dass nicht mit einer Entspannung zu rechnen sei. Experten halten inzwischen sogar eine Sperrung über mehrere Tage für möglich. Da bleibt scheinbar also noch genug Zeit, dass Siebengebirge, überall im Wegenetz, ohne Fluglärm zu erleben. Zudem erwarten Metereologen Tagestemperaturen von 18-20 Grad Celsius, bei strahlend blauem Himmel.
Deutschland im Hochdruckgebiet
Die Wolke hänge wie eine “gespreizte Zange” über Skandinavien und Mitteleuropa und schiebe sich weiter in Richtung Südosten, heißt es weiter. Nur über Litauen, Lettland und Weißrussland sei noch eine Lücke. Im Süden waren am Samstagmittag nur noch Portugal, Spanien, Mittel- und Süditalien, Teile des Balkans, Griechenland und ein schmaler Gürtel an der Schwarzmeer-Region nicht von Luftraumsperrungen betroffen, zitiert der Spegel die EU-Luftsicherheitsbehörde Eurocontrol.
Die Wetterlage verspreche momentan keine Aussicht auf Entspannung der Situation. Deutschland befinde sich mitten in einem Hochdruckgebiet, das von den Azoren nach Mitteleuropa reiche, sagte Helmut Malewski vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach. Die Aschewolke werde weder durch Winde verteilt, noch durch Regen ausgewaschen. - Christian Preuß
Linktipp: Grafiken und Satellitenbilder - Eine gigantische Wolke bedeckt Europa























“Der deutsche Luftraum bleibt bis mindestens Sonntagmorgen 8 Uhr gesperrt. Eine Verlängerung des Flugverbots ist sehr wahrscheinlich, da der Vulkan am Samstag verstärkt Asche spuckt und der Wind sie in zwei Ausläufern über Europa verteilt. Die Folgen dieser beispiellosen Situation treffen Millionen Reisende, darunter auch Kanzlerin Angela Merkel. (…) Der isländische Wetterdienst rechnet mit einer anhaltenden Aschewolkebelastung in Europa. Bei den Höhenwinden werde es in den “nächsten vier oder fünf Tagen” so bleiben, sagte ein Mitarbeiter des Meteorologischen Instituts in Reykjavik. ” Der ganze Beitrag unter http://tiny.cc/zs01e
UND
“Hoffentlich zerschellen wir an einem Berg - Qualm in der Kabine, Feuer aus allen vier Triebwerken: Am 24. Juni 1982 geriet eine Boeing 747 in eine Wolke aus Vulkanasche. Nur eine Reihe von Glanztaten des Piloten verhinderte den sicheren Absturz. Angelika Niall war damals an Bord. Auf einestages erinnert sie sich an die bangen Minuten.” Der ganze Beitrag unter http://tiny.cc/zhlqd
UND
“Merkels langer Weg nach Hause - Aus den USA nach Lissabon, dann weiter nach Rom und schließlich mit dem Bus nach Berlin? Angela Merkels Rückreise aus den USA gestaltet sich chaotisch. Der ganze Beitrag unter http://tiny.cc/ih5m6
Wir waren am Sonntag im Siebengebirge wandern und sind bis zur Löwenburg rauf. Unglaublich wie wolkenfrei der Himmel war und wir hatten eine schöne Aussicht. Bis auf einen Hubschrauber und ein Segelflugzeug war tatsächlich kein einziges Donnern von Flugzeugtriebwerken großer Jumbos zu hören.
Der Umwelt bleibt dann wohl auch jede Menge Kerosin erspart. Vielleicht sollte man neben dem Auto-freien Sonntag auch jedes Jahr einen Flugzeug-freien Sonntag einführen.